Ostara – Die erwachende Natur

Ostara – Die erwachende Natur

März 19, 2020 Aus Von sfsimba
Das ursprünglich germanisch-heidnische Fest, das keltisches Frühlingsfest, wird zur Tag und Nachtgleiche am 20/21. März als Frühlingsbeginn gefeiert.

Der Name Ostara entstammt aus dem lateinischen Wort „Aurora“, und bedeutet Morgenröte. Man sagt, Odin und Frigg hatten eine Tochter, die Göttin der Morgenröte, auch als Göttin / Botin des Frühlings und der Fruchtbarkeit benannt. Sie versinnbildlicht die Auferstehung der Natur aus der Winterruhe, alles erwacht und bringt neues Leben hervor. Die Frühlingsgöttin bringt uns die Sonne, das Licht und die Wärme. In einer uralten keltischen Legende erzählt man sich, dass Ostara am Beginn der Zeit ein Ei zur Welt brachte. Mehrere Jahrtausende von Jahren bewahrte sie das Ei zwischen ihren Brüsten, bis es soweit war, das sich die Schale langsam zu öffnen begann. Ostara legte das Ei behutsam in der Dunkelheit ab, und nach einiger Zeit „schlüpfte“ die gesamte Erde mit allen, Pflanzen, Tieren, Gewässern und Menschen. Aus dem Eidotter entwickelte sich die Sonne, die der Dunkelheit das Licht und die Wärme schenkte.
Von der alten Sprach- und Lautgeschichte her, die auch mit der Runensprache verbunden ist, besteht das Wort Ostara aus zwei Silben, „Os“ für „Mund-Schoß-Erde-Geburt-Entstehung“ und „tar“ für „zeugen“, bedeutet dann Erdzeugung im Frühling. Aus dem mütterlichen Schoß und dem mütterlichen Urgrund der Liebe wächst alles Sein, und in den mütterlichen Schoß zieht sich alles wieder zurück.

Der heilige Mondhase ist Ostara‘s Tier, der in der Vollmondnacht im Sternbild zu sehen ist. Jedes Jahr kämpft die Frühlingsgöttin gegen die Kälte und Dunkelheit des Winters und schickt wärmende Sonnenstrahlen auf die Erde. Das Symbol von Ostara ist das Ei (für Fruchtbarkeit) und ihr heiliges Tier der Hase (für die Fortpflanzung). Unsere Osterbräuche haben zweifellos heidnische Wurzeln und sind älter als die Christianisierung des Abendlandes. Viele Bräuche und Rituale werden auch heute noch gelebt. Zum Beispiel das Osterfeuer entzünden, magisch die Sonne zur Erde zu ziehen, um damit die Dunkelheit und Kälte zu vertreiben. Der Winter wird verabschiedet und der Frühling begrüßt. Oder die Feldweihe die noch viele Bauern zelebrieren. Zu Ostara werden die Felder vorbereitet. Die Landwirte gehen auf ihre Felder und verstreuen dort an den vier Ecken Weidenbaum Äste, heilige Kräuter wie Pfefferminze und Schlüsselblumen. Sie stecken dann eine entzündete Kerze in den Boden und bitten um Schutz und gutes Wetter für ihre Ernte. Üblich sind auch das Schmücken des Hauses mit frischen Blumen und bunten Bändern, sowie das Opfern von geflochtenen Kränzen in einem Feuer oder einem fließenden Gewässer.

Aus der zyklischen Wiedergeburt der Natur machte das Christentum das einmalige Ereignis von der Auferstehung des Gottessohnes. „Unser Osterfest“ 

Das  Osterfeuer und das entzünden einer Kerze steht für die Auferstehung Jesus Christus und das ewige Leben. Die christlichen Lehren besagen, dass sich die Frauen am Grab Jesu nach Osten wandten, in Richtung der Morgenröte. Im Osten geht die Sonne auf und bringt uns die Wärme und das Licht. Sie glaubten, dass Jesus von Osten kommt, wenn er auf die Erde zurückkehrt. Er bringt uns das Licht und die Hoffnung. Tod und Auferstehung. Den Zyklus der Natur. Bis heute erinnert uns Ostern an die Göttin Ostara, an das neue Leben, was erwacht. Über den Sieg von Kälte und Dunkelheit.„Ehrt und achtet die Natur und die Tiere mit all ihrer Pracht, begegnet ihnen mit Respekt und Verantwortung!“, begrüßen wir den Frühling mit einem Lächeln…


Text: Susanne Fuchs
Fotos: Susanne Fuchs
Grafik: Pixabay.de