Die Rückkehr alter Bräuche
Philippsbuche – Wenn die alten Haine wieder rufen, wo unsere Ahnen einst ehrten.
Am „Naturdenkmal Philippsbuche“ erwacht still der uralte Instinkt unserer Vergangenheit.
Unter den weit ausladenden Ästen einer ehrwürdigen Buche, wo das Licht sanft durch das Blätterdach tanzt, ist ein „Steinedorf“ entstanden.
Liebevoll bemalte Steine, versehen mit Botschaften, Wünschen und Gedanken, wurden behutsam wie kleine Opfergaben niedergelegt.

Doch wer genauer hinsieht, erkennt mehr als ein modernes Gemeinschaftswerk.
Denn lange bevor Kirchtürme den Himmel prägten, waren solche Orte heilige Haine mit mächtigen Bäumen, naturbelassene Kultstätten, an denen unsere Ahnen verweilten.
Unter rauschenden Kronen, ehrte man die alten Götter, suchte Rat bei den Kräften der Natur und hinterließ Opfergaben, darunter auch bemalte oder mit Runen verzierte Steine.
Bäume galten als Tore zwischen den Welten, als lebendige Säulen zwischen Himmel, Erde und dem Reich der Ahnen.
So ruht nun unter der Buche mehr als nur Stein und Farbe.
Es ist ein stilles Bekenntnis dazu, dass in unserer modernen Welt die Sehnsucht nach Verwurzelung niemals ganz versiegt ist.

Das „Steinedorf“ ist nicht nur ein kreativer Ort, sondern auch ein zärtliches Wiedererwachen alter Bräuche, eine Verneigung vor der lebendigen Seele der Natur, dem Erbe unserer Ahnen und eine leise Erinnerung daran, dass unsere Wurzeln tiefer im Heidentum ruhen, als uns manchmal bewusst ist.
Die alten Pfade sind nicht vergessen.
Traditionen überdauern nicht in Tempeln oder Schriften allein, sondern verborgen im menschlichen Urinstinkt.
Die Verbindung zwischen Mensch, Natur und den Göttern.
Sie lebt leise, beständig und manchmal überraschend bunt.
Zwischen alten Bäumen und den Stimmen vergangener Zeit ist das alte Blut erwacht.
„Mögest du unter dem wachsamen Blick der alten Götter wandeln, gesegnet von Sonne, Mond und Mutter Erde.“
Text: Susanne Fuchs
Fotos: Susanne Fuchs
